Eva-Maria Schnurr, geboren 1974, schreibt über Themen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, vor allem im Bereich Psychologie, Psychiatrie und Hirnforschung. Außerdem beschäftigt sie sich mit Geschichte, am liebsten mit der Frühen Neuzeit.
Eva-Maria Schnurr ist promovierte Historikerin. Seit ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitet sie als freie Journalistin im Hamburger Plan 17-Büro. Derzeit ist sie als Pauschalistin für Spiegel Wissen und Spiegel Geschichte tätig. Als Dozentin (Freier Journalismus, Magazinjournalismus, Themenfindung) unterrichtet sie u.a. an der Akademie für Publizistik und an der Henri-Nannen-Schule, außerdem hatte sie mehrere Lehraufträge an der Universität Hamburg.
2006 erhielt sie den Heureka-Preis für Wissenschaftsjournalismus. 2008 war sie "Eicos"-Stipendiatin der Max-Planck-Gesellschaft. Im Sommer 2011 verbrachte sie als "Medienbotschafterin" der Robert Bosch-Stiftung drei Monate in Peking und arbeitete von dort aus für verschiedene Magazine. Eva-Maria Schnurr ist stellvertretende Vorsitzende von Freischreiber e.V., dem Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten.
»Zwanzig Sekunden sind vier tiefe Atemzüge. Eine SMS oder einmal Schuhebinden. Für Sandra Schadek sind sie ein Sieg. Zwanzig Sekunden lang steht sie. Balanciert auf beiden Beinen, während der Kopf vor der Brust hängt und den Körper an der Wand abstützt, während die Arme wie lose Taue von den Schultern baumeln. Es gibt keine Muskeln mehr, die die Arme halten, den Kopf oder die Beine. Sandra kann nicht mehr gehen, nicht mehr greifen, kaum noch sprechen.,Die paar Sekunden aufrechten Stand ringt Sandra ihrem Körper ab, ihrer Krankheit, der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS): sechsmal täglich nach dem Toilettengang, von ihrer Pflegerin Kerstin hingestellt und an die Wand gelehnt wie eine Puppe.«
Brigitte, Heft 17/09