Klaus Werle, geboren 1973, studierte Geschichte, Anglistik und Germanistik in Heidelberg und Exeter und war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Während des Studiums arbeitete er frei unter anderem für FAZ, dpa und den Trierischen Volksfreund. Nach dem Magisterabschluss absolvierte er die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.
Anschließend hatte er als Produktmanager bei Procter & Gamble in Genf Gelegenheit, Wirtschaft mittendrin und hautnah zu erleben. Er spricht Englisch, Französisch und etwas Spanisch, hat für Spiegel, Stern, FAZ, Facts, Merian, Berliner Zeitung und »Sabine Christiansen« gearbeitet und schreibt regelmäßig Sprachglossen für die Frankfurter Rundschau.
Seit April 2004 ist Klaus Werle Redakteur beim Manager Magazin und arbeitet für die Ressorts Trends und Karriere.
Für den Report »Unsere bewegte Zukunft« erhielt er 2004 den Journalistenpreis »Im Zentrum der Mensch« der DKV.
2006 veröffentlichte er das Buch „Deutschland-Puzzle. 20 Teile von ADAC bis Vollkornbrot" (Herder-Verlag). 2008 folgte sein zweites Buch "Kein Kommentar! Notizen zur Sprache der Mächtigen" (Herder).
»Eine schmale Straße windet sich steile Hänge hinauf. Unten im Tal hat das grünliche Band der Saar Schleifen in den Fels gegraben. Oben, wo der Wind den Schnee pfeifend vor sich her treibt, stehen vereinzelt knorrige Bäume, manchmal taucht eine kleine Kapelle in der leeren Landschaft auf.
Irgendjemand wollte Touristen hierher locken und nannte die Straße "Route du Cidre" – "Viez-Straße". Nach dem Apfelwein, der so typisch für diese Gegend rund um Saar und Mosel ist wie die Gerichte, die es in den Gaststätten gibt: Lyoner mit Bratkartoffeln oder "Himmel und Erde", Blutwurst mit Kartoffelbrei und Salat. Der Fremdenverkehr hilft der Region ein bisschen; es gibt wenig Industrie, wenig Arbeitsplätze auf den kargen Hügeln.
Auch nicht in Körrig, einem Kaff, das so klein ist, dass nur eine Straße durchführt und die Häuser Adressen haben wie "Körrig 54" oder "Körrig 16". Es ist ein Ort, wo sich die Menschen verdammt viele Gedanken machen müssen, um ihr Brot zu verdienen. Ein Ort, wie geschaffen als Beweis für die grenzenlosen Möglichkeiten des elektronischen Handels im Zeitalter der Globalisierung.«
aus dem Kapitel "Ebay: Wie die Nation unter den Hammer kam" im Buch "Deutschland-Puzzle. 20 Teile von ADAC bis Vollkornbrot", Herder 2006


Klaus Werle
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